Auszeit

Tachauch. Ja, hier ist nicht viel passiert in den letzten 2 Wochen, ist mir auch aufgefallen. Ich hab jetzt auch nicht wirklich Lust, das auf die Schnelle zu ändern und werde das vermutlich irgendwann nochmal etwas ausführlicher darstellen, aber für den Moment muß Euch genügen, daß ich die letzten Tage einfach ein paar sehr angenehme Urlaubstage in Hout Bay bei Kapstadt verbracht habe. So rein mental gesehen, war das wohl mal dringend nötig, und sei es auch nur, um mich von dem Umstand abzulenken, daß ich seit inzwischen über acht Tagen keine Zigarette mehr angefaßt habe.

Naja, wie auch immer: Jedenfalls habe ich die letzten paar Tage viel nachgedacht und ausgiebig über alle möglichen bootsfremden Themen debattiert, hatte hinreichend  Bewegung durch ausgedehnte Spaziergänge am Hafen und anderen Aktivitäten, habe erstmals im Leben Sushi probiert (mag ich) und in angenehmer Gesellschaft Seafood genossen, und fühle mich gerade ziemlich gut.

Auf jeden Fall war ich motiviert genug, um direkt bei meiner Rückkehr vor einer halben Stunde den mir zufällig begegnenden Andries auf offener Straße vor dem Clubgelände einzubremsen, und für morgen zum Arbeitseinsatz zu verdonnern, um den verdammten Motor länger zu testen. Ich will jetzt endlich ins Wasser!

Tag am Meer … Zugegeben: Capetown bzw. auch Hout Bay haben mit Richards Bay bestenfalls gemeinsam, daß sie im selben Land und alle am Wasser liegen. Das war’s aber auch schon. Sollte ich mich jemals in Südafrika niederlassen wollen, dann definitiv in der Cape-Gegend.

Bis die Tage erstmal …

langsam, gaanz langsam …

ruhig hier, irgendwie. Ist zwar nicht so, daß ich hier rund um die Uhr arbeite, aber irgendwie war es deutlich zu warm, und ich die letzten Tage zu beschäftigt, um mich auch noch abends im Blog auszutoben, abgesehen davon, daß seit dem Wochenende zuerst das Datenvolumen, und dann immer mal wieder der Strom weg war. Von meinen Leuten hat sich zwar immer noch keiner blicken lassen, obwohl ich Andries hin und wieder vorbeifahren sehe und Jaques mir vorhin, als ich gerade eine der Kederschienen für meinen künftigen neuen Schattenspender anbrachte, im Vorbeigehen zurief, das Leiterschiebedingsbums sei fertig und Mittwoch würde er nun aber ganz sicher kommen, um es anzubauen, aber selbst Simon ist seit Montag „ausgeliehen für niedere Tätigkeiten“ wie schleifen und pinseln an einen meiner Nachbarn und somit werkele ich hier wohl die gesamte Woche allein vor mich hin.

Übers Wochenende habe ich nun den Schrank zersägt, in dem der Wassermacher seinen Platz finden soll, habe einen endgültigen Platz für meine Dritt-Kühlbox gefunden, die bislang von einer Kabine in die nächste gewandert war und eigentlich immer irgendwo im Weg rumstand, und eine entsprechende Ablage in die Achterkabine direkt neben der Pantry gebastelt. Da ich angesichts der Temperatur eigentlich das ganze Jahr noch nicht gekocht habe, sondern mich derzeit fast ausschließlich von gesundem Vitamin-Zeug ernähre, dient diese nun als Aufbewahrungsbox für all das Obst, das sonst meinen Kühlschrank verstopft hat.

Vitamin-Bombe bei 1.7°C

Denn da  man hier ja, abgesehen von Bananen und Ananas, fast ausschließlich in Plastikschalen eingetütetes Obst aus der Kühlung kaufen kann, das man tunlichst auch bei entsprechend niedrigen Temperaturen aufbewahrt, wenn es länger als zwei Tage lang genießbar bleiben soll, wurde das doch auf Dauer ein wenig eng im Kühlschrank.

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durchatmen …

Seit einer Stunde scheint die Hitzewelle der vergangenen Tage vorläufig zu Ende. Meine Fresse noch eins… Ich habe es ja gerne warm, zugegeben, aber das hier war doch ein kleines bischen übertrieben. Seit letzter Woche waren hier im Cockpit durchgehend um die 40-44 Grad bei fast Windstille und meine Klimaanlage hat es auch im Dauereinsatz kaum geschafft, den Innenraum tagsüber auf unter 38° zu halten. Teilweise habe ich hier echt halbe Nächte lang fast nackt im Cockpit gelegen, um wenigstens ein bischen kühlere Luft abzukriegen (bis mir das mit den Mücken zuviel wurde), da die Luke in meiner Kabine immer noch im Rohbau-Stadium war und  den größten Teil der Woche zugeklebt. Kabinentemperatur morgens um 3:00 Uhr: 32 Grad… Derzeit sind draußen angenehme 27° und 15kts aus Süd, dafür allerdings über 83% Luftfeuchtigkeit.

Immerhin: Der Lukenrahmen ist seit heute soweit fertig, daß wir ihn anmalen konnten. Wäre nicht zwei Stunden nach der letzten Farbschicht ein  Gewitter hier rübergezogen, so daß ich die Luke spontan wieder großflächig mit einem Müllsack abkleben mußte um eine Überschwemmung meiner Kabine zu verhindern, könnte ich morgen vermutlich sogar die Löcher bohren und das Ding endlich fest einbauen. So allerdings wird wohl eine weitere Schicht Farbe erforderlich, da sich der Müllsack mit ziemlicher Sicherheit mit der letzten Farbschicht verbunden haben dürfte. Nuja…

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Mondpreise

Der heutige Aufsatz steht unter dem Thema: „Warum bin ich eigentlich in meinem früheren Leben nicht Hersteller von Yacht-Zubehör geworden und heute stinkreich?„.

Wie im letzten Blog angesprochen, ist das Projekt dieser Woche der Wassermacher. So ein Ding, umgangsssprachlich auch als „Meerwasser-Entsalzungsanlage“ oder „Umkehr-Osmose-Anlage“ bekannt, macht durch Osmose aus dem, bei einem Boot auf offenem Ozean normalerweise in ausreichender Menge vorhandenen, Salzwasser trinkbares Tasser an Bord und besteht im wesentlichen aus zwei Teilen: Einer Hochdruckpumpe , sowie einer  Membran in einem druckfesten Rohr. Dazu noch eine Menge Kleinkram wie Vorfilter, um den gröbsten Dreck von der diesbezüglich recht empfindlichen Pumpe fernzuhalten, Schläuche, Manometer  und ein paar Ventile, sowie eventuell eine Vorförderpumpe. Das Ganze gibt es von „total simpel und von Hand zu bedienen“ bis hin zu „automatisches Füllen des Wassertanks auf Knopfdruck“. Nächste künftige Ausbaustufe ist dann vermutlich sowas in der Art wie Jean-Luc’s Klassiker „Earl Grey, heiß“,  um eine Tasse Tee materialisieren zu lassen. Mondpreise weiterlesen

Bin noch da!

Das neue Jahr läßt sich erwartungsgemäß ruhig an. Fast alle sind im Urlaub, Simon wird ebenfalls nicht vor Montag wieder aufschlagen, und die aktuellen Temperaturen inspirieren auch nicht gerade zu übermäßiger körperlicher Aktivität.  Wenn morgens um Neun die Luft auf dem Platz förmlich steht und mein Außenthermometer bereits an der 38°C-Marke kratzt, setze ich mich ganz ruhig in mein beschattetes Cockpit (O-Ton Hayden, nachdem wir den Doger montiert hatten: „If nothing else, at least you have shade now“. In der Tat 🙂 ) und bastele an irgendwas rum, was nicht allzu schweißtreibend ausartet.

Neujahr habe ich somit meine Fensterrahmen fertig gefräst, mich Dienstag am späten Nachmittag unter dem Verdeck hervorgetraut und sie schon mal an ihrer späteren Position eingepaßt und der Mittwoch ging weitgehend damit drauf, sie dann mit der Japansäge in Form zu sägen.

Wie schon mal irgendwann erwähnt: Auf diesem Boot gibt es keine rechten Winkel oder gerade Linien, warum sollte das auch ausgerechnet bei den Cockpitfenstern anders sein … Bin noch da! weiterlesen